Straßenlage:
Breit, tief und satt - so einfach läßt sich die Straßenlage charakterisieren. Speziell von Bilsteins Rennsportabteilung entwickelte Stoßdämpfer sorgen für diese straffe, sportliche Straßenlage, die aber nicht als unangenehm empfunden wird. Aber auch im Alltagsbetrieb - etwa wenn im Taunus Schnee fällt - macht der XJR eine gute Figur. Dafür sorgt u.a. auch das zuschaltbare TC/ASC-System (Traktions- und Stabilitätskontrolle), über die der XJR serienmäßig verfügt. Die Fahrwerksabstimmung ist als optimal zu bezeichnen. Vielleicht liegt es auch daran, daß sie vom Ex-Formel-Eins-Weltmeister Jacky Stewart vorgenommen wurde.
Handling:
Mit fünf Meter Auto, leichtgängiger Servolenkung und gutem Fahrwerk über die Autobahn zu rauschen, bequem zu sitzen, Musik zu hören, wenn es sein muß mal kurz souverän zu beschleunigen - das ist kultiviertes Fahren in höchster Vollendung. Fünf Meter Auto in der Stadt in einer Parkbucht zu plazieren, das ist Arbeit. Besonders weil beim Blick nach hinten kein Heck zu erkennen ist. Aber man gewöhnt sich an alles. Auch daran, daß sich das Automatikgetriebe erst auf D (für Drive) schalten läßt, wenn der Wagen steht und die Bremse getreten wird. Bei längeren Ampelstopps hat man diese Systematik manchmal vergessen und meint, das Getriebe muckt. Aber dem ist nicht so - es funktioniert ausgezeichnet. Die vier zur Verfügung stehenden Gänge schalten sanft. Lediglich bei Bergabfahrten könnte die Bremswirkung des Motors etwas größer sein. Um diese einzusetzen muß der Fahrer das Automatikgetriebe manuell zurückschalten. Dazu wird der Hebel in der U-förmigen Kulisse einfach nach links bewegt. Was verwundert ist, daß bei eingeschalteter Klimaautomatik die Frontscheibe beschlagen kann. Dem ist aber leicht abzuhelfen: einfach die Frontscheiben-Heizung kurz einschalten. Irgendwie ist der neue Jaguar ein alter Brite geblieben, mit Eigenheiten, an die man sich eben erst gewöhnen muß.
Karosserie:
Endlich wieder zwei doppelte Rundscheinwerfer deren Konturen sich in der Motorhaube fortsetzen, sanfte Formen im Heckbereich und beim XJR ein Kühlergrill in Wabenform. Details, über die das Auge des Jaguarbesitzers (und nicht nur seines) liebevoll streicht. Es ist einfach ein Auto, das Ästheten magisch anzieht. Schon immer war ein Jaguar ein schönes Auto, daß auch heute aus dem immer gleichförmiger werdenden CW-Design-Einerlei wohltuend hervorsticht. Besonders, wenn die Farbe türkis gewählt wird. Dann bekommt die klassische Schönheit eine Prise Zeitgeist, was eine prickelnde Mischung aus Tradition und Moderne ergibt. Und daß die Schönheit aus solider Qualität besteht, wird den Besitzer angenehm beruhigen. Die Türen schließen satt, alle Passungen sind akkurat und beweisen, daß in Coventry inzwischen mit außerordentlich engen Toleranzen gearbeitet wird.