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Worauf man beim Kauf der XJ Serie I-III achten sollte

<font size="1">(Basierend auf dem Posting vom Markus Reinsch, bearbeitet und erweitert von Kai Hoffmann)</font> Die Serie II ist meiner Meinung nach so die Einstiegsdroge, damit diese auch abhängig macht sollte das Auto grundsätzlich einigermassen in Ordnung sein. Die Serie II des XJ hat ein ähnliches Schicksal wie die Serie II beim E-Type, da beide nicht besonders gefragt sind, sind auch die Preise niedriger wie bei Serie I oder III. Die Teile die ich zum Besichtigen mitnehmen sollte:  

  • Taschenlampe
  • Taschenmesser
  • Schraubendreher Kreuz und Schlitz (verschiedene Größen)
  • Magnet, wenn ich irgendwo den Verdacht habe das gespachtel worden ist, den Magnet auf die Karosserie geben und anhand wie schwer er sich ablösen läßt weiss man ob gespachtel wurde oder nicht. Klopfen mit der Rückseite eines Schraubenziehers hilft auch, aber Vorsich! Jaguar hat die handgearbeiteten Karossen auch vorgespachtelt und nur wirklich dicke Spachtelschichten an typischen Stellen wie z.B. Schweller / Übergänge der Kotflügel sollte man empfindlich nehmen

Die Schwachstellen der Karosserie:

  • vorderer und hinterer Fensterrahmen: genau ansehen, in den unteren Ecken rosten die meisten Autos, wenn schon einmal lackiert wurde, einfach mal die Dichtung anheben (mit Taschenmesser) . Wenn nur so wenig Rost wie auf dem Bild ist geht es noch, aber mit Schraubendreher sollte man das Blech auf Festigkeit prüfen.
  • Die kleine Roststelle am hinteren Fensterrahmen, mit grosser Wirkung. Das Wasser steht am Heckblech, rinnt hinter der Rüchsitzlehne ab und bleibt irgendwo im Fussraum stehen. Reparaturen in diesem Bereich sind recht kompliziert, da mindestens zwei Bleche an dieser Stelle gestoßen sind und die Scheiben zur Reparatur herausgenommen werden müssen.
  • Das Auto unbedigt auf Dichtheit der Fensterdichtungen prüfen, denn sonst kann es sein, das z.B. am Heckbrett ein Biotop aufwartet.
  • Schweller: nicht nur Aussen überprüfen, sondern auch innen, sonst kann es passieren (so wie mir), das man den Teppich samt innerem Schweller entfernt. Reparaturen sind da auch recht aufwendig, denn es ist meist auch die vordere Fußplatte und der Unterboden durchgerostet. Man kann den Bodenteppich entfernen und dann kann man einen Blick auf den inneren Seitenschweller erhaschen. Eventuell die Türeinstiegsleiste abschrauben und den Teppich vorsichtig hochziehen.
  • An den Türen ist das Problem mit den verstopften Entwässerungslöcheren, am besten die Türverkleidung abnehmen und einmal nachsehen wie es in der Tür aussieht. Eine Roststelle an den Türpfalzen wie am Bild ist ansich nichts schlimmes, sollte aber behoben werden.
  • Bei dem hinteren Einstieg sollte man sich den Bereich um Schweller und Kotflügel ansehen. Wie am Foto zu sehen auch die Schwellerabdeckungen, die werden gerne mit Unterbodenschutz gefüllt, einfach mit dem Schraubendreher reinstochern. Rechts ist das Bild des ursprünglich überlackierten Türrahmen. Man kann den Schaden kaum erkennen!
  • Bei Lackerarbeiten sollte gründlich gearbeitet worden sein.
  • Bild rechts: "Profiarbeit", da hat der Lackierer die alten Lackschichten schlecht angeschliffen, bzw. den Klarlack nicht entfernt. Daher kommt es beim Überlackieren zu Abblätterungen.
  • die hinteren Radläufe sind noch eine Problemstelle
  • das Schutzblech unter dem Kofferraum ist häufig durchgerostet
  • die Stoßstangenbefestigungen auch überprüfen
  • in den vordern Radhäuser mal einen Blick reinwerfen, denn die Spritzbleche modern meist unbemerkt vor sich hin.
  • den Batteriehalter kontrollieren, denn da ist meist nicht mehr viel über.

Karosserieseitig fällt mit sonst nur das übliche ein, auf Spaltmaße schauen (die sollten gleichmässig sein), auch alle Übergänge kontrollieren (Motorhaube Kotflügel, Kofferaumdeckel, Türen). Nun mal zum Antrieb:

  • Automatikgetriebe: Das Getriebe schaltet normal sehr weich. Sollten Schläge beim Schalten vorhanden sein, kann es nur eine Kleinigkeit sein (falsches Öl, Bremsband usw) aber auch ein Getriebeschaden, also Finger weg. Das Getreibe sollte dicht sein, also in den Motorraum reinsehen und auch unters Auto sehen.
  • Antrieb allgemein, also bei der Probefahrt ruckartig gas weg nehmen, das Auto sollte nicht stark rucken dabei, denn sonst ist der Antrieb ausgeschlagen.
  • Kein Quietschen oder Pfeifen von der Hinterachse, denn sonst ist das Differntial kaputt.
  • Motor: Die XK Motoren laufen seidenweich, ist gibt auch kein Rauchen (maximal weiss wenn kalt). Falls die Abgase schwarz oder blau sind meist Finger weg. Es kann zwar nur ein verstellter Vergaser oder Ventildeckeldichtungs sein, aber auch etwas gröberes ist nicht auszuschliessen. Wenn das Auto weiss raucht, wenn es warm ist, ist die Zylinderkopfdichtung kaputt. Öl verlier jeder Motor, am besten mal an dem Ort nachschauen wo das Auto gestanden hat. Ein Paar Tropfen auf dem Boden sind normal, aber sobald es handflächengroß wird Finger weg.Auch nach der Probefahrt das Auto stehen lassen und kontrollieren ob Öl heraustropft.
  • Während der Probefahrt sollte das Kühlwasser nicht wärmer als 90 Grad werden. Nach der Probefahrt nachschauen ob irgendwo Wasser raustropft.
  • Zur Probefahrt: das Auto einmal warmfahren (so ca. 20-30 km), dannach richtig Gasgeben, am besten auf der Autobahn, die Höchstgeschwindigkeit überprüfen (sollte ca. 5% über der im Typenschein angegebenen sein, zumindest lt. Tacho) Fall das Auto diese Geschwindigkeit nicht erreicht, hat der Motor nicht mehr volle Leistung. Und mit einem Automatikgetriebe zweimal hintereinander an einem steilen Berg wegfahren. Denn wenn das Getriebe undicht ist kommt man fast nicht weg.
    Beim Fahren auch mal auf den zweiten Tank umschalten, um zu sehen ob das Ventil im Kofferraum seinen Dienst tut.

Das Fahrwerk:

  • Stoßdämpfer durch wippen überprüfen
  • keine Poltergeräusche
  • kaum Lenkungsspiel
  • kein Quietschen und Singen wärend des Fahrenes, denn dann ist ein Radlager kaputt.


Die Fahrwerksteile sind meiner Meinung nach sehr stabil und daher sind maximal ausgeschlagene Kugelgelenke das Problem. Die Elektrik:

  • alle Funktionen überprüfen, elektrische Fensterheber, Lichthupe, einfach alles, es muß alles funtionieren.
  • Scheibenwischer betätigen, wenn er nicht in die Grundstellung zurückgeht gibt ein Problem mit der Elektrik.
  • Die Klimaanlage falls vorhanden testen, Reparaturen daran sind sehr teuer.

Zum Innenraum:

  • Wichtig das die Ledersitze in Ordnung sind, sie können ruhig ein wenig verschlissen oder etwas hart sein, aber in reinem Zustand. Dann lässt sich das Leder wieder aufarbeiten.
  • Die Türverkleidungen kontrollieren, wenn Türverkleidungen wellig oder verbogen sind, ist meist Wasser in der Tür das Problem. bzw. die Abdichtung in der Tür fehlt.
  • unprofessionell eingebaute Boxen und Radioanlagen. Die meisten Schneiden einfach irgendwo die Boxen rein und nicht an den dafür vorgesehen Stellen (vorne unten in der Türeverkleidung, sowie hinten am vorderen Teil der Armlehne)
  • Auch sollte man mal in den Kofferaum schauen. Wenn es nach Benzin stinkt ist etwas undicht, oder es ist sogar eine Benzinpumpe kaputt.


Allgemein nochmal: Auf den Zierrat achten, denn Teile die fehlen können recht teuer werden. Fragen die unbedingt dem Verkäufer zu stellen sind, am besten bevor man sich das Auto ansieht:

  • Unfallauto
  • welche Teile erneuert wurden
  • echter Kilometerstand
  • wie lange das Auto schon steht (an diesem Platz)


Ein sehr gut erhaltenes Exemplar der Serie II (so kein seltener V12 oder Dailmer Ausstattung), sollte in sehr gutem Zustand um die 7000-8000 EUR kosten. Jede Kleinigkeit die ich am Auto finde ziehe man von dieser Summe ab. So ca. kann jeder abschätzen was Reparaturen kosten. Am Besten auf einem Zettel aufschreiben. Denn so Kleinigkeiten wie Rostflecken auf einer neu lackierten Tür kosten doch einiges um dieses Manko zu beheben. Meiner Meinung nach kann man sich auch ein Auto in schlechtem Zustand kaufen wenn der Preis stimmt und man das notwendige Geschick hat, sowie ein paar Freunde, die Mechaniker Spenger usw.. sind. Also immer am Preis drücken! Es gibt immer verdeckte Schäden, die man erst im Laufe der Benutzung entdeckt und die einen auch mal teurer zu stehen kommen. Am Fahrzeugschein sollte man die Anzahl der Vorbesitzer prüfen, wenn das Auto in letzter Zeit in immer kürzer werdenden Anständen den Besitzer gewechselt hat, ist meist irgendeine große Reparatur fällig.
Text basieren aus einem Posting im Jaguar-Forum von Reinisch Markus (XJ6 Serie I, 4.2L Automatik regency red)
Überarbeitung/Ergänzung: Kai Hoffmann





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