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Kaufberatung für die Modelle X300, X308 und XJR (grundsätzlich)

Autor: Jörn Behrens

 

Die folgende Beschreibung basiert auf persönlichen Erfahrungen. Wir haben auch selbst länger gesucht und uns einige Fahrzeuge angesehen.

 

Modellwahl

Man kann dabei viel Zeit sparen, wenn man sich vorher genau überlegt, was man eigentlich möchte. Da würde ich erst einmal so vorgehen, wie beim Neuwagenkauf auch. Zuerst sollte man sich einen Überblick verschaffen, welche Modelle es überhaupt gegeben hat und wie diese sich unterschieden. Idealerweise anhand eines Originalprospektes. Diese findet man immer wieder bei ebay oder manchmal auch bei Jaguar-Händlern (in irgendeiner Ecke vergraben...).

Denn auf diese Weise kann man sich seht gut auf bestimmte Modelle, Farben und Ausstattungen konzentrieren und beschäftigt sich erst gar nicht mehr mit anderen Fahrzeugen.

 

Dabei sind folgende Dokumente/Links hilfreich:

Serienausstattungen der verschiedenen Modelle – Übersichtliche und gut lesbare Liste der Modellabhängigen Standardausstattung

Preisliste von 1996 – Hier sieht man neben der Standard und der jeweiligen Modellausstattung auch die möglichen Extras

 

Preise

Die Preise variieren sehr stark, da sich der Zustand (optisch, technisch, Wartung,...) teilweise massiv unterscheiden. Es wird sehr viel Schrott angeboten. Da ist es sinnvoll, sich erst einmal einen Überblick über vorherrschende Preise zu verschaffen.

Aber Achtung: nicht jeder Wagen findet zum „Wunschpreis“ auch einen Käufer...

Erfahrungsgemäß sind die wahren Schnäppchen sehr schnell weg. Was lange steht hat, meist irgendeinen Haken. Wenn es nur die Preisvorstellung ist, kann sich ein Nachfragen trotzdem lohnen, denn irgendwann nimmt jeder Verkäufer von überzogenen Preisvorstellungen abstand.

 

Händler oder Privat?

Aufgrund der seit einiger Zeit geltenden Sachmängelhaftung hat der Kauf beim Händler durchaus Vorteile – allerdings bezahlt man dafür i.d.R. auch mehr als beim Privatkauf. Am Jaguar sind nun mal viele (elektrische) Teile die kaputt gehen können. Da ist es natürlich praktisch, wenn die Gewährleistung oder eine Garantie greift (mehr zu diesem Thema hier...). Man sollte darauf achten, dass der Händler nicht versucht, dieses durch „Verkauf als Bastlerfahrzeug“ o.ä. zu umgehen. Dann kann man nur raten „Finger weg!“.

Bei unserem Jaguar wurden gleich zu Beginn vom Händler einige Teile kostenfrei instandgesetzt...

 

Zwei Links zu diesem Thema:

 

Mängelhaftung beim Gebrauchtwagenkauf (ADAC)

 

Gewährleistung bei Gebrauchtwagen (WDR)

 

Vorbesitzer

Mir war eine geringe Anzahl von Vorbesitzern, idealer weise einer, sehr wichtig.

Nach meiner Erfahrung sind Fahrzeuge mit 3 und mehr Besitzern in aller Regel nicht Scheckheftgepflegt und bzgl. Wartungen, Reparaturen und Unfällen erhält man meist nur Angaben des letzten Besitzers.

Es empfiehlt sich auch, mit dem letzten Besitzer Kontakt aufzunehmen. Bspw. hinsichtlich Fahrleistungen oder bekannten Schwachstellen. Ein seriöser Händler oder Verkäufer sollte bereit sein, dieses Kontakt bspw. herzustellen. Ansonsten hilft auch ein Blick in den Fahrzeugbrief.

 

 

Technik

Ich verfüge selbst nur über Grundkenntnisse, traue mir aber immer zu, ein Fahrzeug halbwegs einzuschätzen. Wer das nicht kann, sollte einen Fachmann mitnehmen.

Auf alle Fälle sollte man sämtliche elektrischen Teile einmal prüfen (Sitzverstellungen, Lenkradverstellung, Memory, Spiegel, Schiebedach, Sitzheizung, usw.usw.). Wer sich nicht damit auskennt, sollte sich bspw. die Memory-Funktion mal irgendwo vorher erklären lassen.

 

Eine wohl typische Schwachstelle bei diesen Modellen ist die Hinterachse. Das Differential macht häufig ab ca. 120.000 km Geräusche (Im Anfangsstadium eher ein Heulen, später Rumpeln). Der Austausch kostet bei Jaguar ca. 2500 Euro. Es lohnt sich also, hier mal genauer zu horchen.

 

Früher war Jaguar mal bekannt für Probleme mit Klimaanlagen, Das gilt so für den X300 nicht mehr. Trotzdem sollte man die Funktion mal überprüfen.

 

Mir selbst waren dann noch folgende Dinge wichtig:

- Weiche Schaltung der Automatik (keine ruckartigen Übergänge)

- Laufruhe des Motors, auch im Stand/Leerlauf (der Wagen sollte sich nicht schütteln)

- griffige Bremsen

- ungewöhnliche Geräusche beim Fahren (klappern, schleifen, rumpeln,...also Radio aus bei der Probefahrt!)

 

 

Optik

Zwar sind die Rostprobleme seit beginn der ´90er nicht mehr so vorhanden, trotzdem hat Jaguar m.E. nicht den selben Standard wie bspw. Audi.

Ein typisches Rostproblem tritt beim X300 bspw. im Bereich des Schiebedachs auf (sowohl wenn man bei geöffneten Dach seitlich reinschaut als auch direkt oben drauf. Hier bildet sich gerne mal ein Bläschen).

Wer Wert auf einwandfreie Optik legt, sollte ein Fahrzeug immer bei möglichst großer Helligkeit (tageslicht) begutachten. Es ist z.B. bei Britsh-Racing-Green unglaublich, wie sich der Eindruck um 12.00 Mittags und gegen Abend unterscheidet. Abends sieht er aus wie neu und man muss sehr genau hinsehen, um die Macken zu entdecken. Wenn dagegen die Sonne draufknallt, sieht man sie sofort..

Auch Regen ist übrigens ein wunderbares Mittel, um Autos neuwertiger erscheinen zu lassen...

 

 

Scheckheft

Ein leidiges Thema. Ich habe mal auf die Frage nach „Scheckheft-gepflegt?“ die Antwort erhalten: Wie viele gefälschte Scheckheft wollen Sie haben?...

Absolute Sicherheit hat man nie, aber ein lückenlos scheckheftgepflegter Jaguar spricht für sich, denn der Service ist nicht gerade billig. Eine geringe Anzahl von Vorbesitzern vergrößert die Chance auf echte Einträge sicher ein wenig. Vielleicht finden sich ja auch noch die entsprechenden Rechnungen.

 

Gerade die Inspektionen bei 48.000, 96.000, 144.000 usw. schlagen heftig zu Buche. Es ist mir bspw. aufgefallen, dass gerade die Modelle um 100.000 i.d.R. nicht lückenlos scheckheftgepflegt sind, denn viele Verkäufer sparen sich dann gerade die 96.000er.

Was bei den einzelnen Wartungen so durchgeführt wird, findet man hier->.

 

Außerdem verstehen viele Verkäufer unter „Scheckheft-Gepflegt“ etwas anderes. Die Frage „Bei Jaguar...?“ sollte man deshalb stellen. So finden sich oft Einträge non einschlägig bekannten Öl-Wechsel-Stationen. Natürlich kann das Auto trotzdem Tipp-Topp sein, aber die Regel ist es nach meiner Erfahrung nicht.

Ich bekam auch einmal auf die Frage nach der 96.000er Inspektion die Antwort „Ne, die haben wir nicht machen lassen. Aber eigentlich hätte ich mir das schon abstempeln lassen können, denn ich habe ja gerade neuen Tüv...“.

Soviel dazu...

 

 

Kosten

 

Leider muss das Vergnügen auch bezahlt werden...

 

KFZ-Steuer...ab 01.01.2005 wird's teurer (605 Euro statt derzeit 433 Euro)

KFZ-Versicherung am Beispiel 4.0 Sovereign (241 PS)

Haftpflicht-Typklasse 21, Teilkasko 25, Vollkasko 29

 

Da der Preis von sehr vielen unterschiedlichen Tarifmerkmalen abhängig ist, macht eine konkrete Preisangabe hier keinen Sinn.

 

 

Jörn Behrens , 2003

X300_Ausstattung_1996.pdf





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